kultur · Studentenleben

Kulturbanause? Neujahrsvorsatz Theater

Wie ungefähr 90% meiner Mitmenschen, habe auch ich mir zum neuen Jahr hin Gedanken gemacht, was ich 2017 ändern könnte. Obwohl ich mich auch durchaus  gesünder ernähren könnte und auch mehr Sport machen könnte, wollte ich mich dabei nicht den Standart-Neujahrsvorsätzen bedienen. Stattdessen nahm ich mir vor, mindestens einmal im Monat das Theater zu besuchen. Dabei will ich mich nicht auf Theaterstücke festlegen, sondern bin auch anderen kulturellen Veranstaltungen gegenüber offen.

Um den Vorsatz dann auch direkt im Januar in die Tat umzusetzen, bin ich gestern ins Theater gegangen, um mir dort ein Tanztheater anzuschauen. Es fing schon damit an, dass ich mir den Namen des Stückes (Nemmokna) einfach nicht merken konnte. Davon ließ ich mich aber nicht abschrecken und begab mich in freudiger Erwartung in den Großen Saal des Trierer Theaters. Bei dem Stück handelte es sich um eine Wiederaufnahme und die Vorstellung war vorerst einmalig. Ich gebe zu, dass ich mich vorher nicht mit dem Stück auseinandergesetzt habe. Ich wollte mich vollends überraschen lassen. Dies ging hier jedoch nach Hinten los. Im Bereich Tanztheater bin ich absoluter Laie. So war mir nicht bewusst, dass die Gefahr besteht, dass ich das Stück möglicherweise nicht verstehen könnte. Und diese Gefahr ist letztlich eingetreten. Deshalb erst einmal von vorn:

Über das Stück:

Nemmokna von Susanne Linke beschäftigt sich mit Multi-Kulti, welches sich auch besonders im Ensemble widerspiegelt. Es zeigt die verschiedenen Etappen der Reise und des Ankommens in einer neuen Kultur. Dies soll im Tanz verkörpert werden. (https://www.susanne-linke.eu/2016/04/15/nemmokna/)

Im Nachhinein betrachtet, erscheint mir dies vollkommen logisch und ich wünsche mir, dass ich mich schon vor der Vorstellung mit dem Inhalt auseinandergesetzt hätte, da ich dann wahrscheinlich anders auf das Stück geblickt hätte. Tatsächlich kam ich mir vor wie ein Kulturbanause, der schlicht und ergreifend keine Ahnung hat – was wohl auch wirklich so ist.

Nun gehe ich aber davon aus, dass ich nicht als einzige Laie bin. Und aus dieser Perspektive betrachtet, hat mich das Stück nach den ersten Minuten abgeschreckt. Ich wurde abgeschreckt durch die (teilweise nicht vorhandene) Musik, die auf mich oft unharmonisch wirkte und wahllosem Geklimper glich. Gegen Ende hörte ich Hoffnung, als ich meinte, die Anfänge von „If I had a heart“ von Fever Ray zu hören, bekannt aus der Serie „Vikings“. Dadurch merkte ich, dass mich der Tanz der Tänzer eigentlich ansprach. Denn sobald die Musik passte, ließ ich mich auch mehr auf den Tanz ein und erkannte die Ästhetik. Die Musik verklang jedoch wieder, bevor das Lied richtig anfangen konnte. (Von daher bin ich mir nicht sicher, ob wirklich „If I had a heart“ gespielt wurde.) Und schon änderte sich wieder meine Einstellung gegenüber dem, was ich da sah.

Gefallen haben mir Tanz und Bühnenbilder, und auch die Kostüme, die zuerst an Shakespeare erinnerten und dann abgestreift wurden, um sie der Neuzeit anzupassen. Besonders das Schlussbild beeindruckte mich. Ich schätze aber, dass die Musik mir das Gesamtbild zerstört hat. Letztlich bin ich aber auch mit falschen Erwartungen besonders zur Musik in das Stück gegangen.

Bei der Mehrheit der Zuschauer scheint Nemmokna aber sehr gut angekommen zu sein. Viele im Publikum standen auf, während sie applaudierten, und man konnte in ihren Augen ein Glitzern sehen, was sichtlich Begeisterung ausdrückte.

Für mich heißt es wohl, dass es höchste Zeit war, diesem Neujahrsvorsatz nachzugehen. Ich muss mehr kulturelle Erfahrung sammeln, denn ich möchte das selbe Glitzern in den Augen haben. Vielleicht habe ich dann 2018 einen anderen Blick auf Nemmokna.

Hier der Trailer zu Nemmokna:

 

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