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32 Tage Juli – Christoph Schulte-Richtering

Das richtige Buch, um dem Sommer hinterher zu trauern: 32 Tage Juli. Einmal wieder 18 sein und den Dummheiten hinterher hängen, die man im Sommer nach dem Abi erlebt hat. Ein Buch mit Witz, Insidern und einem gewissen Grad an Sentimentalität.

Zum Inhalt: Zwei Männer wiederholen eine Reise, die sie vor dreißig Jahren schon einmal gemacht haben, damals, im heißen Abi-Sommer, in dem Jayjay und Tiggy zum ersten Mal allein losfuhren: Es war ein Aufbruch in die ganz, ganz großen Ferien und in das Chaos, das zum Erwachsenwerden dazugehört. An der gleißenden Küste Portugals tappten die beiden von einem Sonnenölnäpfchen ins nächste. Aber sie entdeckten auch die Freiheit und die Liebe samt ihren Gefahren. Nach einer überstürzten Abreise nahmen sie ein dunkles Geheimnis mit: Erst ging es nur um die schöne Luisa, doch dann ließen sie sich auf diese dumme Mutprobe ein … Jetzt, viele Jahre später, spüren Jonas und Christian die kleinen Krisen, die Männer mit Ende vierzig so befallen. Mit neu erwachtem Abenteuergeist wollen sie sie bekämpfen – und endlich die offenen Fragen beantworten. Die Suche nach Luisa und einem Motorrad im blaugrünen Atlantik entführt die beiden auf eine Zeitreise, zurück in jenen verzauberten Sommer.

(Quelle: Rowohl Verlag)

32tagejuli

Meine Meinung: Das Buch beginnt ein wenig ungewöhnlich. Schnell ist klar, dass damals im Sommer etwas passiert sein muss und trotzdem scheinen Jayjay und Tiggy das ganze eher auf die leichte Schulter zu nehmen – der Ernst hat mir dann an manchen Stellen doch etwas gefehlt. Zwischendurch wird immer mal in einer anderen Zeit erzählt. Einmal im Hier und Jetzt und dann in der Zeit, als sich die beiden Kumpels nach Portugal aufgemacht haben. Diese Zeitsprünge sorgen für Abwechslung und auch eine gewisse Komik. Am witzigsten fand ich jedoch die „Insider“ die zwischendrin gemacht wurden. Am liebsten würde ich mich mit jemandem darüber unterhalten, doch um nichts vorweg zu nehmen, nur ein kleiner Vorgeschmack:

Schließlich entschieden wir uns für das linke Ohr als Heterosignal – auf dem Cover eines meiner Wham-Alben trug nämlich George Michael einen Ring genau dort, und George Michael war ja auf keinen Fall schwul;

(Schulte-Richtering: 32 Tage Juli, S.21)

Insgesamt ist hier vieles vereint: Liebesgeschichte, Witz, Tragödie und Abenteuer! Ein wirklich schönes Buch, das perfekt in meinen Sommerurlaub gepasst hat. Ich merke immer wieder, dass ich viel zu wenig von deutschen Autoren lesen, doch sowohl Schulte-Richtering, als auch Tim Boltz mit Fernverkehr haben mich davon überzeugt, öfter zu deutschsprachigen Büchern zu greifen. Zudem ich eigentlich nicht der Typ bin, der sich an komischen Romanen versucht.

19. Satz: Ein etwas kompliziertes Szenario, das als „lächerlich“ zu bezeichnen der Erzähler keine Sekunde zögern würde – wenn die Sache nicht einen kleinen Haken hätte: Der Mann auf der Giraffe war ich.

Kurz und knapp:

#Comedy #Erinnerungen #Abenteuer #Midlifecrisis

Für 19,95 Euro beim Rowohlt-Verlag zu haben.

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